Gedanken zu #metoo | frauensicherheit

Gedanken zu #metoo

Der Status einer Person, ist heutzutage von außen meist nicht mehr klar erkennbar. Ledig? Verheiratet? Auf Partnersuche? Als Single glücklich?

Im Gegensatz zu Zeiten, als gesellschaftliche Schicht und familiärer Status durch Kleidung und Kopfbedeckung bereits von Weitem erkennbar und die Ehe der einzige gesellschaftlich akzeptierte Grund für die (sexuelle) Annäherung von Männern und Frauen war – zumindest für Frauen – haben sich die Möglichkeiten der Beziehungsmodalitäten in den letzten 100 Jahren vervielfacht. Die Rahmenbedingungen einer Beziehung müssen daher bei der Begegnung mit einer unbekannten Person jedes Mal aufs neue ausverhandelt werden. Das führt zwar einerseits zu mehr Freiheit der einzelnen Person, andererseits werden dadurch klare gesellschaftliche Richtlinien verwischt.

Um insbesondere die sexuelle Selbstbestimmung der Person unter diesen Bedingungen gewährleisten zu können, muss eine allgemeingültige Regel besonders in den gesellschaftlichen Fokus gerückt werden: Eine (sexuelle) Beziehung zwischen zwei Personen, egal welchen Geschlechts, bedarf immer der Einvernehmlichkeit. Ein Nein muss akzeptiert werden und zwar sofort und unhinterfragt, unabhängig vom Status der Beziehung und vorhergehenden Vereinbarungen. Je größer der Unterschied der Beziehungspartner (Mann-Frau, Vorgesetze/r – Untergebene/r,…) desto stärker müssen die Bedürfnisse der schwächeren Partei gewichtet werden.

Hier sind Frauen und Männer, sowie die Gesellschaft als Ganzes in die Pflicht zu nehmen. Frauen dahingehend, dass sie ihr Nein weitgehend unmissverständlich artikulieren, Männer insofern als sie gegenüber anderen Männern Fehlverhalten sanktionieren. Die Gesellschaft ihrerseits hat Sorge zu tragen, dass sexuelle Belästigung ähnlich wie Alkohol am Steuer klar als NoGo definiert wird und die Gegenwehr einer betroffenen Person jedenfalls keiner Erklärung bedarf.