„Mit einer Waffe kann mir nichts passieren!“ – Eine Grundsatzdiskussion | frauensicherheit

„Mit einer Waffe kann mir nichts passieren!“ – Eine Grundsatzdiskussion

Wenn Personen über ihre Furcht vor Überfällen sprechen, stellen sie häufig die Frage, welche Abwehrmittel am Markt angeboten werden, die vor Überfällen schützen sollen. Der Nachteil all dieser Abwehrmittel ist, dass sie besonders bei ängstlichen Personen dazu beitragen, dass sie sich Sicherheit kaufen und dabei die Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins und der eigenen Abwehrbereitschaft vernachlässigen können.

Eine Abwehrwaffe in der Hand eines ängstlichen und unbeholfenen Opfers kann zusätzliche Gefahren heraufbeschwören. Psychologisch unterstützen sie sogar noch das Gefühl der Unsicherheit bei manchen Opfern, wenn diese glauben, ihre Sicherheit sei von diesem Gerät abhängig. Die Durchsetzung der Selbstbestimmung muss auf der Einstellungs- und Verhaltensebene gelernt werden.

Fast alle Abwehrmittel haben den Nachteil, dass man Täter relativ nahe an sich herankommen lassen muss. Diese Kaltblütigkeit kann aber gerade von ängstlichen Personen nicht erwartet werden. Gekauft werden diese Mittel aber oft von eben diesen. Zudem können sich die Selbstverteidigungswaffen zum eigenen Nachteil auswirken, da der/die Täter diese der Zielperson entreißen und gegen diese anwenden können. Außerdem erfordern viele Mittel eine sichere Handhabung für den erfolgreichen Einsatz. Häufig propagieren die Hersteller, dass man das Abwehrmittel „leicht in der Handtasche mitführen“ könne. Eine Frau kann in zusätzliche Gefahr geraten, wenn sie beginnt, in ihrer Handtasche nach dem Abwehrgerät zu suchen und der Täter dies wahrnimmt. Die akute Angst und Aufregung kann dabei hinderlich sein. Auch kann wertvolle Zeit für einen noch möglichen sicheren Rückzug verloren gehen.

Der beste Selbstschutz ist das rechtzeitige „Aussteigen“ aus einer als gefährlich empfunden Situation. Falls ein Rückzug an einen sicheren Ort nicht mehr möglich ist, ist die körperliche Vorbereitung auf einen drohenden körperlichen oder verbalen Angriff ein wichtiger Schritt für einen erfolgreichen Selbstschutz. Selbstverteidigung sollte grundsätzlich als Ziel nicht den technisch perfekt ausgeführten Schlag haben, sondern die allgemeine Verteidigungsbereitschaft zu stärken und die Bereitschaft erhöhen, den eigenen Körper dazu einzusetzen.

Unsere Selbstsicherheitstrainings bieten Ihnen Raum, dass Sie auch Ihren eigenen Körper und dessen Fähigkeiten Kennen- und Schätzenlernen. Sie tragen Ihre eigenen „Waffen“, das ist Ihr Auftreten, Ihr Körper, Ihre Stimme und Ihre verbale Schlagfertigkeit, immer bei sich – dann brauchen Sie keine anderen Waffen, denn Ihre Stärke kommt von Innen.

Besuchen Sie unsere Trainings oder buchen Sie ein Sicherheitscoaching – wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen Ihr persönliches und individuell gestaltetes Selbstsicherheitskonzept! Nähere Informationen finden Sie hier.